|
Verein für Niebüller Geschichte |
|
Straßennamen nach Persönlichkeiten (1) |
|
Aus dem städtischen Ausschuss für
Wirtschaft, Verkehr und Fremdenverkehr kam eine Anfrage an den
„Verein für Niebüller Geschichte e.V.“, ob er zu den Namen von
Persönlichkeiten, denen Straßennamen in Niebüll gewidmet wurden,
einige Ausführungen machen könnte. |
|
Alex-Eckener-Weg Alex Eckener war gebürtiger Flensburger und jüngerer Bruder des Zeppelinfahrers Hugo Eckener. Alexander „Alex“ studierte an der Akademie der Bildenden Künste in München und kehrte 1892 in seine Heimatstadt zurück. 1899 ging er nach Stuttgart, wo er 1908 zum Professor für Lithographie und Holzschnitt avancierte. Seine eigentliche Stärke lag auf dem Gebiet der Radierung. Er schrieb die Erzählung „Dat swarte Peerd“ und versah sie mit Illustrationen. Auch illustrierte er Storms „Schimmelreiter“.
Alwin-Lensch-Straße Alwin Lensch war von 1912 – 1938 mit einjähriger Unterbrechung Leiter der Volksschule in Niebüll. Er hat sich besonders um das Schulwesen verdient gemacht (Volksschule, Berufsschule, Einrichtungen der Friedrich-Paulsen-Schule ). Die Grundschule trägt seinen Namen. Er erwarb sich nach 1920 große Verdienste um die Entstehung der „Siedlung“ im Westen der Stadt. Auch war er Mitglied im Kreistag und Kreisausschuss des ehemaligen Kreises Südtondern.
Thomas-Steenholdt-Weg Thomas Steenholdt war vom 1.12.1931 – 30.9.1950 ununterbrochen als Hauptlehrer an der Deezbüller Volksschule tätig. Seine Vorgänger waren zugleich Küster der Kirche in Deezbüll. Er aber war der erste Lehrer ohne Küstertätigkeit, obwohl man ihn ständig als „Küster“ bezeichnete. Steenholdt besuchte die Präparanden-anstalt in Lunden von 1901 – 1904 und von 1904 – 1907 das bekannte Lehrerseminar in Tondern. Thomas Steenholdt war ein Lehrer aus Passion. Da er stets die letzten Jahrgangsklassen unterrichtete, war es ihm ein besonderes Anliegen, seinen Schülerinnen und Schülern das beste Rüstzeug für das weitere Leben mit auf den Weg zu geben. Viele Deezbüller und auch Gastschüler aus den benachbarten Kögen erinnern sich gern an diesen bedeutenden Pädagogen.
Katharine-Ingwersen-Weg Katharine Ingwersen erblickte am 17.6.1879 in einem kleinen friesischen Reetdachhaus am Deezbüller Deich das Licht der Welt. Ihre Eltern entstammten einem alteingesessenen Deezbüller Friesengeschlecht. Von 1898–1901 besuchte sie das Lehrerinnenseminar in Schleswig. Nach bestandenem Examen wurde sie an ihre alte Schule in Deezbüll berufen. Hier versah sie in einer 44jährigen Tätigkeit mit großer Liebe und pädagogischem Geschick das Erzieheramt. Sie widmete sich darüber hinaus in vielen Beiträgen der friesischen Sprache und dem friesischen Volkstum. Sie erwarb sich große Verdienste als Lehrerin und Heimatdichterin und hat durch ihren enormen Einsatz die Grundlagen für das friesische Volkstum gelegt.
Nelle-Jannsen-Weg Tusnelda Jannsen, in Deezbüll geboren, war Jahrzehnte lang als Handarbeitslehrerin tätig und verfasste verschiedene kleine Schriften und Geschichten in friesischer Sprache, u.a. über Weihnachtsbräuche. Lesenswert sind auch ihre Aufzeichnungen über die Nachkriegszeit 1945/46. Den Kindern und Bedürftigen war sie als Wohltäterin bekannt.
Andreas-Christiansen-Straße Andreas Christiansen wurde am 1.10.1811 in Niebüll geboren. Er heiratete eine Bauerntochter aus dem Marienkoog. Durch gutes Wirtschaften verstand er es, die Eigentums- und Vermögensverhältnisse zu verbessern. Die Ehe blieb kinderlos. Er und seine Frau verfügten testamentarisch, Armen und Notleidenden der Gemeinden Marienkoog, Niebüll und Deezbüll zu helfen. Dafür wurde eine freie Stiftung eingerichtet, die noch heute besteht. Die Zinsen des Kapitals werden zu gleichen Teilen an die drei Gemeinden verteilt.
Lorenz-Jannsen-Straße
Lorenz Jannsen ist in Niebüll geboren. Er war Bauer. Seinen
landwirtschaftlichen Betrieb schuf er im 1706 erschlossenen Neuen
Christian-Albrechts-Koog in der Zeit von 1716 – 1720. Der Hof wurde
als Pachthof betrieben. Lorenz Jannsen war nicht verheiratet. In
seinem Testament bestimmte er, dass die Nettoeinkünfte aus seinem
Besitz im Rahmen einer freien Stiftung den Bedürftigen der Gemeinden
Christian-Albrechts-Koog, Niebüll und Deezbüll zugute kommen
sollten. Die Ausschüttung sollte der jeweilige Deichvogt des
Christian-Albrechts-Kooges vornehmen.
Hebbelstraße Friedrich Hebbel war ein deutscher Dramatiker und Lyriker. Er wurde in Wesselburen in Dithmarschen geboren und lebte in ärmlichen Verhältnissen. Nach vielen Stationen und Fußmärschen durch Deutschland und Europa in häufiger finanzieller Notlage heiratete er 1846 in Wien die Burgschauspielerin Christine Enghaus. Von nun an lebte er bis zu seinem Tod in gesichertem materiellen Wohlstand. Sein größter literarischer Erfolg blieb bis heute das 1843 entstandene Drama „Maria Magdalena“.
Carl-Ludwig-Jessen-Straße
Durch ein Stipendium erhielt Carl Ludwig Jessen ab 1856 eine
Akademieausbildung in Kopenhagen. 1865 kehrte er in seine Heimat
zurück, erhielt 1867 ein Reisestipendium, das ihm zwei Jahre
Aufenthalt in Paris und Rom ermöglichte. 1875 ließ er sich endgültig
in Deezbüll nieder. Mit Aufträgen von Kirchengemeinden und
Portraitmalerei sicherte er seinen Lebensunterhalt.
Momme-Nissen-Weg
Momme Nissen wurde in Deezbüll geboren und malte nach einer Lehre
bei seinem Onkel Carl Ludwig Jessen Landschaften und Portraits. In
seinen Bildern aus Nordfriesland dokumentierte er u.a. Interieurs
friesischer Häuser im Stil der Heimatmalerei.
Hans-Peter-Feddersen-Straße
Professor Hans-Peter Feddersen (der Jüngere) wurde in
Westerschnatebüll geboren. Sein Vater war Bauer und ein
hervorragender Portraitzeichner. Mit 18 Jahren ging H-P.F. d.J.
Hans-Plutta-Weg Hans Plutta wurde in Kiel als Sohn eines Kapitäns geboren. Er besuchte die Kunstgewerbeschule seiner Heimatstadt und in den 1920er Jahren die Kunstakademie Berlin. Nach dem 2. Weltkrieg zog er nach Niebüll und entwickelte sich zu einem bedeutenden Maler heimischer Motive, vor allen Dingen der Nordsee in ihren vielen Facetten.
Klaus-Groth-Straße
Klaus Groth wurde in Heide/Dithmarschen geboren, besuchte mit 18
Jahren das Lehrerseminar in Tondern und schied schon mit 28 Jahren
aus dem Schuldienst aus. Auf Fehmarn schrieb er seine plattdeutsche
Gedichtsammlung „Quickborn“, die ihn berühmt machte.
Theodor-Storm-Straße
Theodor Storm war sowohl als Lyriker als auch als Autor von Novellen
und Prosa des deutschen Realismus bedeutsam. Im bürgerlichen Beruf
war er Jurist. Er studierte in Kiel und Berlin und eröffnete 1843
eine Anwaltskanzlei in Husum. 1852 erteilte ihm der dänische Staat
ein Berufsverbot. Storm ging nach Potsdam und Heiligenstadt und
kehrte nach 1864 ins nunmehr preußische Husum zurück. Er wurde
Amtsgerichtsrat und zog nach seinem Ruhestand nach Hademarschen in
Holstein.
Claudiusstraße Er war ein Vetter des bekannten Dichters Matthias Claudius.
Emil-Nolde-Straße
Emil Nolde war einer der führenden Maler des deutschen
Expressionismus. Er ist einer der großen Aquarellisten in der Kunst
des 20. Jh. Nolde ist bekannt für seine ausdrucksstarke Farbwahl.
Friedrich-Paulsen-Straße
Friedrich Paulsen wurde als Bauernsohn in Langenhorn geboren. Als
Professor an der Berliner Universität wollte er die Philosophie
„wieder in Beziehung zu der Bildung und den Aufgaben der Zeit
setzen“.
Kurt-Bachmann-Ring Kurt Bachmann
wurde in Celle geboren. Nach dem Besuch der Höheren Landbauschule in
Soest und der Ausbildung zum Tierpräparator in Ravensburg arbeitete
er in Ostpreußen und baute sich dort eine Gärtnerei auf. Nach dem
Krieg begann er 1949 mit dem Aufbau einer Gärtnerei in Niebüll
(Kornkoog), die er 1974 an seinen Sohn Jürgen Bachmann übergab.
Karl-Friedrich-Straße Karl Friedrich Jannsen war von 1886-1910 zunächst Gemeindevorsteher von Niebüll und später Amtsvorsteher. Er war auch Deichvogt des Bökingharder Gottekooges und gehörte dem Aufsichtsrat der Kleinbahn Niebüll – Dagebüll an. Sein Bauernhof stand dort, wo sich heute der Fernmeldeturm befindet.
Fritz-Jannsen-Straße Fritz Jannsen war der Sohn von Karl-Friedrich Jannsen. Nach dem Kriege trat er in die Freiwillige Feuerwehr ein und wurde 1955 Ortswehrführer, bald darauf Gemeindewehrführer, ein Amt, das er mit großer Leidenschaft ausfüllte und bis 1995 behielt. Groß ist die Zahl seiner Ehrenämter in Politik und Gesellschaft. 1990 verlieh ihm die Stadt Niebüll die Würde eines Ehrenbürgers. Die nach Fritz Jannsen benannte Straße im Gewerbegebiet Ost liegt in seinen ehemaligen Ländereien.
Seite 2 |
| Juni 2010 ©Geschichtsverein-Niebüll - Jandt/Knudsen Index |